Sowjetischer/kommunistischer Antisemitismus
Offizielle Gleichheit, inoffizieller Verdacht
Kommunistische Staaten lehnten Antisemitismus in der Theorie oft ab, während sie in der Praxis antijüdische Verdächtigungen reproduzierten.
Kerngedanke
Die sowjetische Ideologie stellte sich formell gegen ethnischen Hass, aber die jüdische Identität konnte als bürgerlich, religiös, kosmopolitisch oder politisch verdächtig behandelt werden.
Hauptmuster
Die Anschuldigungen verlagerten sich auf Codewörter: entwurzelte Kosmopoliten, Zionisten, ausländische Agenten oder illoyale Intellektuelle.
Historischer Überblick
Säuberungen in der Stalin-Ära, der Ärztekomplott, Einschränkungen der jüdischen Kultur und spätere antizionistische Kampagnen zeigten, wie die Staatsmacht Juden ins Visier nehmen und gleichzeitig antisemitische Absichten leugnen konnte.
Moderner Nachhall
Einige zeitgenössische antizionistische Rhetoriken übernehmen Gewohnheiten aus der Sowjetzeit, wenn sie das jüdische Gemeinschaftsleben als eindeutig illegitim oder verschwörerisch behandeln.